Der nachhaltige Urlaubsbauernhof

Gäste, die auf zertifiziert nachhaltigen Urlaubsbauernhöfen ihre Ferien verbringen, dürfen sich über viel Natürlichkeit, schadstoffarme Materialien und hochwertiges Vollholz-Mobiliar freuen. Ebenso über allergikerfreundliche Nichtraucherräume und gesunde, selbstgemachte Hofprodukte.

Freizeitangebote sind naturnah ausgewählt oder finden in der Natur statt. Über den Kriterienkatalog zum Zertifikat: „Der Nachhaltige Urlaubsbauernhof“ Der Leitfaden des Vereins lautet: „Im Sinne des Urlaubers den Weg der Nachhaltigkeit gehen“. Dieses Motto hat er sich für das brandneue Zertifikat auf seine Fahnen geschrieben. Der Verein hat einen Katalog von „Muß-Kriterien“ erstellt, die geprüfte Höfe zu 60% erfüllen müssen, um das Zertifikat „Nachhaltiger Urlaubsbauernhof“ zu erhalten. Sollten hierzu Neubau- oder Umbaumaßnahmen sowie Renovierungsarbeiten notwendig sein, orientieren sich die Gastgeberbetriebe an den geforderten Kriterien.

Was ist unter Nachhaltigkeit zu verstehen?

Dabei handelt es sich um ein Prinzip des Handelns welches besagt, wie vorhandene Ressourcen am schonendsten und umweltverträglichsten zu nutzen sind. Dabei stehen das natürliche Nachwachsen und Regenerieren der jeweiligen Ressourcen im Vordergrund. Das gilt zum Beispiel für Ackerbau und Viehzucht, Forstwirtschaft, Obst- und Gemüseanbau, das Bestellen von Grünland oder auf Fischer- und Reiterhöfen. Das Thema „Nachhaltigkeit“ entspringt der Forstwirtschaft des 18. Jahrhunderts und wurde von Hans Carl von Carlowitz in Freiberg am kursächsischen Hof erstmals öffentlich ausgesprochen.

Was bedeutet das „Drei-Säulen-Modell“ in Bezug auf die Nachhaltigkeit?

Dieses Drei-Säulen-Prinzip basiert auf den Begriffen: Ökologie, Ökonomie und Soziales. Es geht davon aus, das „nachhaltiges Entwickeln“ lediglich durch gleichberechtigtes und zeitgleiches Umsetzen von sozialen, umweltgerechten und wirtschaftlichen Aspekten zu erzielen ist. Um diese nachhaltige Entwicklung anhand des Drei-Säulen-Modells zukunftsfähig umzusetzen, sind die Bedürfnisse der derzeitigen Generation zu befriedigen ohne den künftigen Generationen zu schaden. Die vorhandenen Rohstoffe müssen so behandelt, abgebaut, eingesetzt, regeneriert und erneuert werden, dass sie den kommenden Generationen weiterhin zur Verfügung stehen. Vermieter, die nach diesem Drei-Säulen-Prinzip arbeiten, praktizieren dies gleichermaßen sozialverträglich unter Berücksichtigung ihrer eigenen Bedürfnisse sowie der ihrer Mitarbeiter. Ihre Familien sind ihnen ebenso wichtig, wie das Einhalten von Traditionen, der pflegliche Umgang mit der Umwelt, gesellschaftliches Engagement und ständige Qualifikation. Dazu gehören unter anderem die Verwendung heimischer Rohstoffe und die Zusammenarbeit mit regionalen Handwerksbetrieben.

Zusammenfassender Auszug aus dem „Muß-Kriterien“ – Katalog

Das Rauchen ist auf den zertifizierten Höfen ausschließlich im Freien gestattet. Mindestens 60 % des Mobiliars sind aus Vollholz gefertigt und stammen vorzugsweise aus nachhaltiger Holzverarbeitung. Sämtliche Textilien und Matratzen sind auf Schadstoffe überprüft, werden „fair“ hergestellt oder sind mit einem namhaften „Umweltzeichen“ versehen. Die Gäste werden über Maßnahmen des Hofes zum Thema „Umweltschutz“ informiert, aufgeklärt und auf Wunsch aktiv mit eingebunden. Sie erhalten Informationen über die heimische Tier- und Pflanzenwelt und können an geführten Wander- oder Kräutertouren teilnehmen. Den Hofgästen empfehlen die Gastgeber das Nutzen öffentlicher Verkehrsmittel, ein Hol- und Bringservice vom und zum nächstgelegenen Bahnhof ist selbstverständlich. Info- und Prospektmaterial über Naturschutzverbände, National- und Naturparks stehen zur Verfügung. Die Hofangebote sind saisonal sowie auf Natürlichkeit, Naturmaterialien und Umweltschutz ausgerichtet. Ihre tiefe Verbundenheit zur Natur, den Tieren und Pflanzen leben die Vermieter hautnah vor. Mindestens 50 % des zertifizierten Betriebes sind mit erneuerbaren Energien beheizt und wasserversorgt. Zum Einsatz kommen ausschließlich energiesparende Leuchtmittel und recycelbare Abfalltüten. Alle Papierartikel des Hofes bestehen aus ungefärbtem FSC-Material (das FSC-Warenzeichen auf Holz und Holzprodukten in drei Varianten steht weltweit für Transparenz und Glaubwürdigkeit. Diese Labels weisen darauf hin, dass Mensch und Natur gerecht und verantwortungsvoll behandelt werden und sie sind weltweit auf einer stetig wachsenden Produktpalette zu finden). Die Außenanlagen der Höfe sind nach ökologischen Prinzipien angelegt. Ist ein Kinderspielplatz vorhanden, besteht er weitgehend aus natürlichen Materialien und ist naturnah gestaltet. Gehört ein reichhaltiges Frühstück zum Hofangebot, werden mindestens zwei hauseigene oder selbstgemachte Produkte serviert. Beispielsweise selbstgebackenes Brot, Eier, hausgemachte Marmelade, Wurst oder Käse, Obst, Milch oder Honig.

Fazit

Unter einem verantwortungsbewussten Umgang mit den Ressourcen ist zu verstehen, nicht mehr zu verbrauchen als zeitgleich nachwachsen und sich regenerieren kann. Unter einem nachhaltigen Entwickeln ist zu verstehen, dass unter Berücksichtigung sozialer, wirtschaftlicher und umweltorientierter Gesichtspunkte zukunftsfähig zu handeln ist.

Verein Urlaub auf dem Bauernhof Bayerischer Wald e.V.
Vorsitzender: Markus Sammer
Probsteigasse 8
94269 Rinchnach
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